09.03.2012

Verletzlichkeit des Patienten als Maßstab?

Podiumsdiskussion zur Vulnerabilität in der Medizin

Die medizinische Versorgung in Krankenhäusern und die klinische Forschung an Menschen eint ein brisantes Detail: Probanden wie Patienten können sich in einer Situation befinden, in der sie körperlich und seelisch besonders verletzlich – vulnerabel – und daher besonders schutzbedürftig sind. Diesem Thema widmet sich eine von der Forschungsstelle Ethik an der Uniklinik Köln ausgerichtete sechstägige Klausurwoche, zu deren Abschluss eine Podiumsdiskussion stattfindet.

Wird die Verletzlichkeit der Patientinnen und Patienten in der Forschung wie in der klinischen Versorgung bereits ausreichend berücksichtig oder nicht? Wird sie vielleicht sogar zuviel beachtet und schließt sie zum Beispiel wichtige Patientengruppen vom Fortschritt aus? Reichen die vorhandenen Gesetze aus? Diesen und anderen Fragen werden Nachwuchswissenschaftlerinnen undNachwuchswissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen in der kommenden Woche an der Uniklinik Köln nachgehen.Podiumsdiskussion: „Vorsicht verletzlich! Vulnerabilität als normatives Konzept in der Medizin“Termin: Donnerstag, 15. März 2012Uhrzeit: 19.00 UhrOrt: Neuer Senatssaal,Hauptgebäude Universität zu KölnTeilnahme: Kostenlos, keine Anmeldung notwendig„Jeder Mensch ist schon dadurch verletzlich, dass er ein Mensch ist. Das wird in der Gesellschaft und auch in der Medizin oft verdrängt. Manche Menschen sind aufgrund von zum Beispiel körperlichen Besonderheiten oder sozialen Umständen besonders verletzlich. Wir wollen wähernd der Klausurwoche untersuchen, wie man besonders verletzliche Menschen in der Medizin schützen kann und muss, ohnesie gleichzeitig zu benachteiligen“, erklärt Prof. Dr. Christiane Woopen,Leiterin der Forschungsstelle Ethik am Institut für Geschichte und Ethikder Medizin. In der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertenKlausurwoche soll diskutiert werden, inwiefern Vulnerabilität als ein zukunftsweisendes Konzept sowohl in der klinischen Forschung als auch in der medizinischen Versorgung herangezogen werden kann. Es soll außerdem darum gehen, welche Möglichkeiten und Grenzen dieser Ansatz mit Blick auf bereits etablierte ethische und rechtliche Schutzprinzipien aufweisen kann. Ergänzt werden die Referate der Teilnehmer um Gastvorträge von Experten sowie durch Exkursionen zur Psychiatrie und zur Palliativmedizin der Uniklinik Köln.An der Podiumsdiskussion nehmen teil:

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Bischof a.D., Potsdam

  • Prof. Dieter Birnbacher, Praktische Philosophie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

  • Dr. Christiane Druml, Vorsitzende der österreichischen Bioethikkommission, Wien

  • Prof. Dr. Alfons Bora, Institut für Wissenschafts- und Technikforschung, Universität Bielefeld

  • sowie ausgewählte Teilnehmer der Klausurwoche.

Hintergrund:
Die Forschungsstelle Ethik wurde 2008 am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Uniklinik Köln eingerichtet. Das Team ist interdisziplinär zusammengesetzt: Mitarbeiter aus den Fachbereichen Medizin, Rechtswissenschaften, Philosophie, Neurowissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Gesundheitsökonomie und Volks- sowie Betriebswirtschaftslehre arbeiten in Forschungsprojekten eng zusammen. In Forschung, Lehre und Beratung widmet sich die Forschungsstelle aktuellen Fragestellungen im Bereich der Biomedizin und der Gesundheitsversorgung.

Weitere Informationen unter:
http://geschichte-ethik.uk-koeln.de/forschungsstelle-ethik

Für Rückfragen:
Prof. Dr. Christiane Woopen
Leiterin Forschungsstelle Ethik
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Telefon: 0221 478 86990
E-Mail: forschungsstelle-ethik@uni-koeln.de

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