Hodgkin

Maligne Lymphome, zu denen auch die Hodgkin-Lymphome gehören, stellen die dritthäufigste Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter dar. Derzeit sind im Rahmen von in Studien geprüften Behandlungsoptionen (Chemotherapie, perkutane Radiatio) Heilungsraten über 95% zu erzielen.

Bei Patienten mit Hodgkin Lymphom im Kindes- und frühen Erwachsenenalter und einer perkutanen Bestrahlung werden in der Literatur übereinstimmend erhöhte Raten von sekundären malignen Neoplasien beschrieben. Bei weiblichen Patientinnen wird außerdem über eine signifikant erhöhte Inzidenz an sekundären Mammakarzinomen nach Thoraxbestrahlung berichtet. Unter diesen Mammakarzinomen zeigt sich insbesondere eine Zunahme der Hormonrezeptor-negativen Tumoren. Somit spielen sekundäre Brustkrebserkrankungen bei den ehemals als Kinder und Jugendliche mit einem HL erfolgreich behandelten Frauen eine prognostisch relevante Rolle.

Auch international wird die Notwendigkeit gesehen, spezifische strukturierte Maßnahmen zur frühzeitigen Detektion von sekundären Mammakarzinomen in die langfristige Nachsorge von Frauen, die im Kindes- und Jugendalter unter Einbezug des Brustareals zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms bestrahlt wurden, einzurichten. Bisher existiert für diese Risikogruppe kein strukturiertes Vorgehen.

Aufgrund der Erfahrungen bei anderen Risikokollektiven, insbesondere bei Frauen mit hereditärem Mammakarzinomrisiko und aufgrund von Analogien zu diesen (z.B. junges Ersterkrankungsalter, hohe Brustdrüsendichte, gehäuftes syn- oder metachrones bilaterales Auftreten und eventuell eingeschränkte diagnostische Sicherheit) könnten die diagnostischen Maßnahmen zur Brustfrüherkennung bei Frauen mit einer familiären Belastung für Brust- und Eierstockkrebs auf klinisch gesunde Frauen nach Hodgkin-Lymphom mit Thoraxbestrahlung im Kindes- und Jugendalter angewandt werden. Aufgrund dieser Analogien und den bereits eingerichteten Strukturen eines systematischen Konzeptes für Brustfrüherkennung an den Zentren des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs, ist geplant, die jungen Frauen nach Hodgkin-Lymphom an diese Zentren mit einem Risiko-adaptieren Früherkennungsprogramm anzubinden. Es soll eine wissenschaftliche Auswertung hinsichtlich der Mammakarzinominzidenzen und der Effizienz der Früherkennungsmaßnahmen erfolgen.

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