Früherkennung und Prävention

Früherkennung durch moderne Bildgebung

Wir bieten ein risiko-adaptiertes Brustkrebs-Früherkennungsprogramms mit Kernspintomographie und Ultraschall der Brust sowie Mammographie an. Diese Untersuchungsmethoden werden in Abhängigkeit des individuellen Erkrankungsrisikos (zum Beispiel BRCA-Mutationsträgerinnen, Trägerinnen von Mutationen in moderaten Risikogenen, Frauen mit statistisch erhöhtem Brustkrebsrisiko) und des jeweiligen Lebensalters angeboten. Hierüber werden Sie von unseren Ärztinnen in den Sprechstunden informiert.

Ein kurzer Ratgeber „Gentest: Ja oder nein?“ zur Vorsorge bei familiär bedingtem Brustkrebs.

Prävention durch operative Maßnahmen

Als Präventionsmaßnahmen kommen auch die prophylaktische Entfernung des Brustdrüsengewebes oder der Eierstöcke in Betracht. Einer solchen Entscheidung geht eine intensive interdisziplinäre Beratung voraus, die die Ratsuchenden in die Lage versetzen soll, die für sie richtige Entscheidung zu treffen.

Die sonstigen gynäkologisch-ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen (PAP-Abstrich etc.) sollten weiterhin bei Ihnen durch Ihre(n) Frauenärztin/Frauenarzt erfolgen. Wir bitten um regelmäßige Befundmitteilungen. Im Rahmen der Tumornachsorge von schon betroffenen Patientinnen erfolgen an unserem Zentrum die gleichen Untersuchungen wie bei Gesunden zur Früherkennung einer zweiten Tumorerkrankung.

Brustkrebsrisiko bei Männern

Jedes Jahr erkranken rund 700 Männer in Deutschland an Brustkrebs. Das Risiko für Träger einer BRCA2-Mutation ist um das fünf- bis siebenfache erhöht.

Klinischerseits führen wir bei männlichen Mutationsträgern keine Brustkrebs-Früherkennung durch, raten aber dazu, Veränderungen im Brustbereich zu beobachten und gegebenenfalls eine ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen.

Bezüglich des erhöhten Risikos, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, planen wir eine intensivierte Früherkennung im Rahmen einer klinischen Studie durchzuführen.

Brustkrebsfrüherkennungsmaßnahmen nach Hodgkin-Lymphom

Bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom im Kindes- und frühen Erwachsenenalter, welche eine Strahlentherapie erhalten haben, werden in der Literatur übereinstimmend erhöhte Raten von Zweiterkrankungen mit bösartigen Tumoren beschrieben. Bei weiblichen Patientinnen wird nach einer Bestrahlung des Brustkorbs zudem über ein erhöhtes Auftreten von sekundären Tumoren der Brust (Mammakarzinome) berichtet.

Auch international wird die Notwendigkeit gesehen, spezifische strukturierte Maßnahmen zur frühzeitigen Erkennung dieser sekundären Mammakarzinome in die langfristige Nachsorge von Frauen, die im Kindes- und Jugendalter zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms im Brustbereich bestrahlt wurden, einzurichten. Bisher existiert für diese Risikogruppe kein strukturiertes Vorgehen.

Aufgrund der Erfahrungen bei anderen Risikogruppen, insbesondere bei Frauen mit erblich bedingtem Brustkrebsrisiko und aufgrund von bestimmten Übereinstimmungen zu diesen (z.B. junges Ersterkrankungsalter, hohe Brustdrüsendichte, gehäuftes beidseitiges  Auftreten und eventuell eingeschränkte diagnostische Sicherheit) könnten die diagnostischen Maßnahmen zur Brustkrebsfrüherkennung bei Frauen mit einer familiären Belastung für Brust- und Eierstockkrebs auf klinisch gesunde Frauen nach Hodgkin-Lymphom mit Bestrahlung der Brust im Kindes- und Jugendalter angewandt werden. Im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung an den Zentren des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs, ist geplant, die jungen Frauen nach Hodgkin-Lymphom in ein Früherkennungsprogramm einzubinden. Es soll eine wissenschaftliche Auswertung hinsichtlich der Häufigkeit des Auftretens von Mammakarzinomen und der Wirksamkeit der Früherkennungsmaßnahmen erfolgen.

Termine zur allgmeinen Beratung in unserer Sprechstunde vereinbaren Sie bitte über unser Servicecenter
Telefon +49 221 478-86509

Im Falle eines Hodgkin-Lymphoms geben Sie bitte das Stichwort "Morbus Hodgkin" an.

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